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Wolken sind schwerer als Berge

Berge, Wälder, ein Pfad mit Blumen — alles stand schon. Nur der Himmel wollte nicht. Das hier ist die ganze Geschichte: alle Anläufe, die schlimmsten Versionen, und am Ende ein Himmel, der zieht wie ein echter.

über 40 Versionen3 Wolken-Ebenen2 gemalte Familien

Rechts: das Endresultat, live — genau dieser Himmel zieht jetzt hinter Robins Welt. Kein Video, alles bewegt sich wirklich.

Ziehende Wolken
Anlauf 1 · Wolken aus Formeln

Der Computer malt mit

Der erste Versuch kam ganz ohne Pinsel aus: Jede Wolke wurde aus Regeln gerechnet — gestapelte Lappen, flache Basis, Schattenfarbe aus dem Himmelston. Schnell, unendlich variierbar, nie zwei gleiche Wolken.

Und genau so sah es aus: gerechnet. Wie aus Papier geschnitten und aufgeklebt. Robins Welt ist gemalt — der Himmel muss aus derselben Hand kommen wie der Rest der Welt.

Prozedural erzeugter Wolkenhimmel: flache, papierartige Wolkenformen
Prototyp aus Formeln — ordentlich, aber leblos wie ein Bastelbogen.
Anlauf 2 · Malen lassen

Dutzende Studien aus der Bildmaschine

Also malen lassen. In mehreren Runden entstanden Dutzende Himmel-Studien: neun Prototypen quer durch die Wolken-Typen — Bänke, Schäfchen, Quellwolken, Cirrus —, dann fotostilisierte Varianten, zum Schluss derselbe Himmel durch sechs verschiedene Bildmodelle.

Die Bilder wurden immer besser. Aber ein schönes Bild ist noch kein Himmel, der zieht — sobald wir ein Standbild in Bewegung schoben, log es.

Kontaktbogen mit neun gemalten Wolken-Studien
Runde 1 — neun Wolken-Typen-Studien.
Modellvergleich: derselbe Himmel aus sechs Bildmodellen
Runde 3 — derselbe Himmel, sechs Maschinen-Handschriften im Vergleich.
Anlauf 3a · Die Band-Ära

Bewegung! Aber…

Erste Bewegung am Himmel: das Wolkenbild zu einem langen Band dehnen und in einer Endlos-Schleife entlangschieben. Funktioniert — sieht aber aus wie auseinandergezupfte Watte: gedehnt, verschmiert, ohne Tiefe.

Live: die Band-Ära.
Anlauf 3b · Die Perlenkette

Ausschneiden und aufreihen

Also das Gegenteil: einzelne Wolken sauber ausschneiden — dafür malen wir sie auf Magenta, aus dem grellen Pink lässt sich jede Wolke verlustfrei lösen — und einzeln auf die Reise schicken.

Das Ergebnis: zu ordentlich. Einzelwolken im gleichen Abstand, die brav hintereinander herfahren, glaubt einem kein Auge.

Vier Quellwolken-Türme auf magentafarbenem Hintergrund
Live: die Perlenkette — jede Wolke schön, zusammen unnatürlich.
Zwischendurch · Drei Gremlins

Was unsichtbar schiefging — und wie wir es gelöst haben

1 · Graue Schlieren

Eine Bild-Anweisung bat um „ziehende Dunstschleier“ — die Maschine nahm es wörtlich und malte graubeige Schlieren in die weissen Wolken.Lösung: neu formulieren, mit ausdrücklichem Verbot (kein Beige, kein Oliv).

Wolkenfeld mit graubeigen SchlierenDasselbe Wolkenfeld, sauber weiss-blauOben: das Problem. Unten: neu generiert.

2 · Dunkle Sprenkel

Beim nahtlosen Aneinanderlegen der Wolken-Kacheln färbten unsichtbare Bildteile plötzlich ab — Farbreste in durchsichtigen Pixeln wurden zu dunklen Flecken aus dem Nichts. Lösung: eine andere Misch-Rechnung beim Zusammensetzen plus eine Prüfung, die dunkle Pixel gar nicht erst durchlässt. Fremdfarbe: von 8,5 % auf 0,5 %.

3 · Springende Wolken

Beim langen Zuschauen sprang der Himmel alle paar Sekunden: Die Schleife lief nicht exakt in sich zurück, und ein Umschalter startete sie neu. Dazu raste ein Wölkchen in sechs Sekunden quer übers Bild — echte Wolken brauchen Minuten. Lösung: Tempo-Regel „je weiter weg, desto langsamer“ und Schleifen, die mathematisch exakt aufgehen.

Drei Standbilder derselben Himmelsstelle mit sichtbarem Wolken-SprungBeweisfotos: dieselbe Stelle, Sekunden auseinander.
Die Wende · Der Blick nach draussen

Echte Wolken stehen in Familien

Der Durchbruch war kein Werkzeug — es waren Fotos. Echte Sommerwolken über echten Hügeln. Darauf sieht man, was allen Anläufen fehlte: Wolken stehen nicht in Reihen. Sie stehen in Familien — vorne ein grosser Turm, dahinter eine ruhige Bank am Horizont, dazwischen viel Luft.

Daraus folgte die letzte Regel: nicht mehr zerschneiden.Wir liessen ganze Wolken-Familien malen und übernehmen die gemalte Komposition als Ganzes — die Abstände hat der Maler schon richtig gesetzt.

Kontaktbogen mit acht Fotos echter Sommerwolken über Hügeln
Die Referenz, die alles drehte: echte Quellwolken, echte Abstände.
Gemalte Wolken-Komposition mit grossem Quellwolken-Turm
Familie 1: das Turm-Ensemble — zieht vorne, schneller.
Gemalte Wolken-Komposition mit ruhiger Kumulus-Bank
Familie 2: die Kumulus-Bank — ruht hinten am Horizont.
Endresultat · Himmel A

Ein Himmel, der zieht

Zwei gemalte Wolken-Familien auf drei Ebenen, jede in ihrem eigenen Tempo, dazu ein feines Auf und Ab, als würde der Himmel atmen. Und wenn eine Wolke vor die Sonne zieht, wandert unten ihr Schatten über die Wiese mit. Am 10. Juli wurde Himmel A abgenommen — er gehört jetzt zum eingefrorenen Fundament, auf dem jede Szene von Robins Welt steht.

Himmel A pur, live und abgenommen — dieselben Ebenen, dieselben Tempi wie oben in der Szene.